Veranstaltungskalender: selbst bauen oder White-Label?
Was ein regionaler Veranstaltungskalender technisch alles braucht, wo nach dem Launch die Kosten anfallen und in welchen Fällen sich Eigenbau trotzdem lohnt.
· 7 Min. Lesezeit
Auf den ersten Blick ist ein Veranstaltungskalender eine Tabelle mit Datum, Ort und Beschreibung. Ein gutes Entwicklerteam hat in ein paar Wochen einen Prototyp, der ordentlich aussieht. Deshalb wirkt Eigenbau oft wie die naheliegende Lösung.
Teuer wird es später. Wir bauen selbst eine solche Plattform und verkaufen sie als White-Label, sind also nicht neutral. Wir versuchen trotzdem, beide Wege fair darzustellen, auch die Fälle, in denen Eigenbau die bessere Wahl ist.
Was alles dazugehört
Ein Kalender, den Leser regelmäßig nutzen, braucht zuerst einmal Events, und zwar viele. Das heißt Importe aus mehreren Feeds und APIs, von denen jede ihr eigenes Format hat und es gelegentlich ohne Vorwarnung ändert. Sobald mehrere Quellen laufen, braucht es eine Dublettenerkennung. Und weil Feed-Einträge oft karg sind, eine Anreicherung mit Texten, Bildern und Infos zu Künstlern und Orten.
Dann muss man die Events finden können: eine Suche, die Tippfehler verzeiht und nach Ort, Datum und Rubrik filtert. Damit Google sie findet, braucht es serverseitiges Rendering, strukturierte Daten auf jeder Event-Seite, Sitemaps und eigene Seiten für Orte und Rubriken.
Für die Redaktion kommt ein Backoffice dazu, mit Prüf-Warteschlange, Rollen, Bildprüfung und Protokoll. Für Veranstalter ein Portal, in dem sie ihre Termine selbst eintragen. Für Leser Accounts, Merklisten und Benachrichtigungen. Für die Zeitung ein Export in die Print-Ausgabe. Und über allem DSGVO, Hosting in der EU und ein Betrieb, der auch dann hält, wenn ein Großkonzert angekündigt wird und alle gleichzeitig nachschauen.
Wo die Kosten wirklich liegen
Der Aufbau ist ein Projekt mit Anfang und Ende, der Betrieb hört nie auf. Ein Feed ändert über Nacht sein Format, und am Morgen fehlen dreihundert Events. Google passt die Anforderungen an strukturierte Daten an, und Ihre Termine verschwinden still aus der Suche. Die Bibliotheken, auf denen alles aufbaut, brauchen laufend Sicherheitsupdates.
Dazu kommt das Personalrisiko, das fast jede Eigenentwicklung trifft. Der Entwickler, der den Import geschrieben hat, wechselt das Unternehmen, und niemand traut sich mehr, ihn anzufassen.
Nichts davon ist spannend genug, um im Haus Priorität zu bekommen. Ohne diese Arbeit verfällt der Kalender trotzdem, langsam und für Leser sehr sichtbar.
Direkter Vergleich
| Eigenentwicklung | White-Label-Plattform | |
|---|---|---|
| Zeit bis zum Start | Monate, je nach Umfang und Team | Wochen, weil konfiguriert statt entwickelt wird |
| Startkosten | Hoch, für Entwicklung, Design und Infrastruktur | Gering, für Einrichtung und Branding |
| Laufende Kosten | Entwicklerzeit, Hosting, Wartung, Feeds | Planbare Gebühr, Betrieb inklusive |
| Events zum Start | Nur was Sie selbst anbinden oder eintippen | Vom ersten Tag an aus bestehenden Feeds |
| Marke und Domain | Ganz bei Ihnen | Ganz bei Ihnen (eigene Domain, Logo, Farben) |
| Daten | Ganz bei Ihnen | Eigene Analytics-Keys und Exporte; den Rest im Vertrag klären |
| Neue Funktionen | Nur was Ihr Team baut | Kommen mit der Plattform |
| Anpassbarkeit | Unbegrenzt | So weit die Konfiguration reicht |
| Größtes Risiko | Einzelne Personen, Projektverzug | Abhängigkeit vom Anbieter |
Wann Sie selbst bauen sollten
Eigenbau ist sinnvoll, wenn Sie ein festes Produktteam haben, das auch in drei Jahren noch am Kalender arbeitet. Er lohnt sich auch, wenn der Kalender so zentral für Ihre Strategie ist, dass Sie jede Funktion selbst bestimmen wollen, oder wenn Sie exklusive Datenquellen haben, die keine Plattform anbinden kann.
Wann White-Label besser passt
Wenn Sie in Wochen statt Monaten online sein wollen, Ihre Entwickler ohnehin mit dem Kerngeschäft ausgelastet sind und der Kalender ab dem ersten Tag voll sein soll. Und wenn Sie lieber eine planbare Rechnung bezahlen als einen Wartungsaufwand, den vorher niemand beziffern kann.
Was Sie jeden Anbieter fragen sollten
- Läuft die Plattform auf unserer Domain, und zählt der Traffic für uns?
- Woher kommen die Events, und wie werden Dubletten erkannt?
- Wer entscheidet, was veröffentlicht wird?
- Wo liegen die Daten, und wie ist die DSGVO gelöst?
- Können wir unsere eigenen Analytics-Tools anbinden?
- Wie kommen die Termine in unsere Print-Ausgabe?
- Können lokale Veranstalter ihre Events selbst eintragen?
Alle sieben können Sie gerne auch uns stellen, bei wasmachen.at Whitelabel. Wenn Sie sich für einen Weg entschieden haben, hilft Ihnen Wie eine Regionalzeitung einen Veranstaltungskalender startet bei den nächsten Schritten.